Alt und Jung im Miteinander – Ein Unterrichtsprojekt

Die Schülerinnen und Schüler der Ethikgruppe Klasse 10 der Theißtalschule planten im Dezember in verschiedenen Gruppen ein Projekt, dessen Inhalt sich mit dem Thema „Altern, Sterben, Tod“ beschäftigte. Ende Januar 2014 wurde es erfolgreich in die Tat umgesetzt. Nun sind wir um wunderbare Erfahrungen reicher. 

Im Dezember kam der Wunsch in unserer Ethikgruppe auf, uns gerne näher mit den Lebensgeschichten von Senioren zu beschäftigen. Wir, die Schülerinnen und Schüler der Ethikgruppe, wollten deshalb Kontakt und Gespräche mit älteren Menschen in Niedernhausen suchen. So entstand die Idee, ein Projekt zwischen uns – den Theißtalschülern – und den Senioren im Seniorenheim in Niedernhausen im Unterricht gemeinsam mit unserer Lehrerin, Frau Schumann, zu entwickeln.

Wir erstellten in drei Gruppen einen Projektplan mit verschiedenen Aktivitäten und Inhalten, die mit betagten Menschen umsetzbar sind. 

Unser erstes „Kennlern-Treffen“ fand am 16.01.2014 statt. Wir trafen uns morgens um 8 Uhr am Seniorenheim und stellten uns als erstes Schwester Elisabeth vor. Wir erzählten ihr von unseren Anliegen und Plänen und sie berichtete uns einige Dinge über die Einrichtung und die Menschen, die hier leben.

Ich persönlich hatte einen guten Eindruck erhalten und freute mich auf die folgenden Treffen.

Eine Woche später, am 23.01.2014, traf sich unsere Gruppe um 15.00 Uhr am Seniorenheim, für das zweite Treffen. Wir wurden sehr freundlich mit Tee und Gebäck empfangen und stellten uns aneinander vor. Schnell fanden wir ein unkompliziertes Miteinander.  Die Seniorinnen und Senioren konnten tolle Geschichten aus ihrem Leben erzählen. Durch den ungewöhnlichen Erfahrungsaustausch verging die Zeit wie im Flug.  Wir haben gespürt, wie wir den Menschen dort mit kleinen Dingen eine große Freude bereiten konnten.  Es war überhaupt kein befremdendes Schämen vorhanden, sodass es jedem von uns äußerst leicht fiel, uns frei und ungehemmt zu unterhalten. Wir tauschten unter anderem auch Ideen für unser drittes Treffen aus, an welchem wir gerne zusammen einen Kuchen backten wollten.

Beim nächsten Treffen am 30.01.2014 brachten Sinah Prag und ich selbstgemachten Kuchenteig mit, den wir in der Küche des Seniorenheimes backen. Den gemeinsamen Nachmittag wollten wir gemütlich miteinander verbringen. Wir hatten viel Spaß beim Backen und der Kuchen schmeckte wunderbar. Auch an diesem Nachmittag sind unvergessliche Gespräche entstanden. Eine Frau öffnete sich uns sogar soweit, dass sie uns von ihren sehr tragischen Schicksalsschlägen innerhalb der Familie berichtete, was uns alle sehr bestürzte. Ich für meinen Teil habe in diesem Moment eine ganz neue Sichtweise vieler Dinge bekommen. Vieles in meinem Leben nehme ich nun anders wahr. Ich bin sehr dankbar für mein Leben in dieser „schützenden“ Gesellschaft erleben dürfen Wir alle können unglaublich das schätzen, was wir haben. Und damit meine ich auch die kleinen Dinge im Leben und nicht nur die materiellen Gegenstände.

Am Ende des gemeinsamen Beisammenseins durften wir noch ein paar Bilder von den Bewohnern und uns machen und vereinbarten, dass wir uns definitiv noch öfter sehen wollen.

Ich bin sehr dankbar für alle neuen Eindrücke, die ich erhalten durfte und dafür, dass wir ein solches Projekt durchführen durften. Ich habe so die Chance erhalten, gewisse Dinge des Lebens mehr zu schätzen und in einer ganz neuen Perspektive zu sehen.

Marie Steinmetz, Schülerin der Theisstalschule, R10B

Februar 2014

EthikProjekt

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