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Projekt Streuobstwiese

Von Baum zu Baum zieht eine Gruppe aus umherwuselnden Schülern, nur ab und zu flitzen zwei von ihnen zum Wegesrand, leeren ihren Korb mit Äpfeln  in Säcke und huschen gleich wieder zurück. Dieses ungewohnte, aber nicht minder amüsante Bild bot sich vergangene Woche den morgendlichen Spaziergängern entlang der Oberjosbacher Streuobstwiesen.

Grund dafür ist das derzeitige Projekt „Streuobstwiese“, das die beiden Lehramtsreferendare der Theißtalschule, Oliver Polei und Sebastian Werner, im Rahmen ihrer Ausbildung übernommen haben.

Der erste Teil dieses Projekts besteht aus dem Themenbereich „Gesunde Ernährung – Gesunde Schule“ bei dem Schüler frischen Apfelmost selbst herstellen. Dazu wurde der Wahl-Pflicht-Kurs des siebten und achten Jahrgangs zunächst fachkundig eingewiesen. Dies übernahm der Experten in Sachen Äpfel - Wulf Schneider, der „Oberjosbacher Apfelpapst“ direkt vor Ort auf der Wiese. Dank seines fundierten Wissens und der Hilfe der vielen emsigen Schüler war die Ernte zügig eingebracht. „Faulige oder angebissene Äpfel im vorhinein aussortieren, die verderben bloß den leckeren Most“ lautete das Motto des Apfelpapsts hierzu.

Die erste wohlverdiente Pause machte bei Laugengebäck und Kelteräpfeln doppelt Spaß da, just zu diesem Zeitpunkt Schulleiter Hajo Brühl seine Stippvisite abhielt. Daraus ergab sich direkt eine kleine Geschichtsstunde über das regionale Naturgut der Streuobstwiesen. Die Schüler erfuhren, dass sich früher die Herbstferien an der Apfelernteorientierte, denn  jede Hand wurde gebraucht. Nun musste das Obst schnell weiter verarbeitet werden. Hierbei half Wulf Schneider mit Rat und Tat. Sowohl Waschen, Mußen, Keltern als auch Abfüllen wollten wohlgekonnt durchgeführt werden. Der Apfelpapst wies die Schüler an und es zeigte sich schnell, dass jeder von ihnen seine Aufgabe wie ein Vollprofi durchführte.  

Die Schüler waren mit so großer Begeisterung am Werk, dass viele von ihnen kaum ein Ende finden konnten. Bilanz des Tages: Über 200 Liter zuckersüßer Most, der am nächsten Tag vom Apfelteam bei strahlendem Sonnenschein während der Pausen verkauft wurde. Der reißende Absatz sprach für sich.
Am darauffolgenden Samstag Morgen wurde der nächste Teil des Projekts eingeläutet: Hier hieß es Bäume pflanzen. In Kooperation mit der Großkelterei Heil wurden 10 hochstämmige Apfelbäume erworben und auf dem Schulgelände in knapp zwei Stunden an ihrem vorübergehenden Pflanzort gesetzt.

Ermöglicht wurde das Projekt durch die Kooperation von Schule und der Gemeinde Niedernhausen, die dazu die finanziellen Mittel zur Verfügung stellte. Bei Bürgermeister Günther Döring, Schulleiter Hajo Brühl, Apfelpapst Wulf Schneider und Hausmeister Alois Przybilla möchten sich Oliver Polei und Sebastian Werner herzlich bedanken, da ohne ihr Engagement dieses Projekt nicht durchführbar gewesen wäre.