Buch des Monats (September 2017)

Apfelkuchen und Baklava oder Eine neue Heimat für Leila

(Kathrin Rohmann)

Leila ist 11 Jahre alt und neu in Max‘ Klasse. Aber nicht nur hier ist sie neu, Leila ist auch erst seit einem Jahr in Deutschland. Gemeinsam mit ihrer Mutter und ihren zwei älteren Brüdern musste sie ihr Heimatland Syrien verlassen. Leilas einzige Verbindung zu ihrer Heimat und ihren dort noch lebenden Verwandten ist eine Walnuss aus dem Garten ihrer Großmutter, die – wie Leilas Vater auch – weiterhin in Syrien lebt. Leila fühlt sich in Deutschland fremd. Alles ist neu für sie: Die Sprache, die Gerüche, die Geräusche, die Gepflogenheiten und das Benehmen. Lediglich die Walnuss gibt Leila das Gefühl von Vertrautheit und Sicherheit in dieser ihr unvertrauten Umgebung.

Nach wenigen Tagen verliert Leila ihre Nuss in der Schule. Die Nuss, die sie auf ihrer ganzen Odyssee von Syrien nach Deutschland begleitet hat, ist spurlos verschwunden. Ihr Klassenkamerad Max, der ihren Kummer erkennt, beginnt, Leila bei der Suche nach ihrem Erinnerungsstück zu helfen. Zunächst verhält sich Leila sehr zurückhaltend, aber langsam entsteht zwischen beiden Kindern eine Freundschaft.  Nach und nach gewinnt Max Einblicke in Leilas Leben und ihre Geschichte und erfährt auch von der Bedeutung, die die Walnuss für sie hat.

Als Leila an einem Tag Max zu Hause besucht, lernt sie Max‘ Großmutter, Oma Gertrud,  kennen. Leila fasst zu Oma Gertrud schnell Vertrauen und erst durch Leilas Besuche soll   Max erfahren, dass sich auch ein Teil seiner Familie vor langer Zeit der Herausforderung einer Flucht stellen musste.

Der Roman „Apfelkuchen und Baklava – Eine neue Heimat für Leila“ wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt: Abwechselnd werden die Sichtweisen der beiden Hauptpersonen, Leila und Max, eingenommen.

Kindern und Jugendlichen wird hier auf gut verständliche Weise ein Einblick in das aktuelle Thema Flucht und Heimatverlust gewährt. Fragmenthaft und in kindgerechter Art geht der Roman auf die Schrecken, die Krieg und Flucht für die Betroffenen mit sich bringen, ein.

Das Buch bedient sich einer bildhaften Sprache, die die Geschichte von Leila und Max nicht nur für Kinder und Jugendliche lesenswert macht.

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